Rubrik: Brühl, Demokratie, Freiheit, GfB, Internetzensur, Iran, Mahnwache, Menschenrechte, Proteste, Regimewechsel, Revolution, Rhein-Erft-Kreis, Snowflake, Solidarität, Wirtschaftskrise

Mahnwache: Solidarität mit den Menschen im Iran – Samstag, 17.01., 12:30 Uhr

Wir von GfB haben beschlossen, dass es wieder mal an der Zeit ist, ein Zeichen zu setzen.
Daher planen wir am kommenden Samstag eine Mahnwache zu veranstalten.

Motto: „Solidarität mit den Menschen im Iran – für einen demokratischen Wandel.“

Wann: Samstag, 17.01., 12:30 Uhr
Wo: Rathausvorplatz, Brühl

Wir versammeln uns, um den Menschen, die im Iran gerade jetzt für ihre Freiheit kämpfen, unsere Stimme zu leihen. Es geht um nicht weniger als die Unterstützung eines fundamentalen Wandels hin zur Demokratie.


Bereits in der Vergangenheit standen wir in Brühl zusammen, wenn Menschenrechte mit Füßen getreten wurden. Heute, im Januar 2026, blicken wir erneut besorgt und solidarisch in den Iran. Die Lage dort hat sich dramatisch zugespitzt. Es ist keine gewöhnliche Protestwelle mehr – das Land befindet sich in einer revolutionären Situation.

Doch warum eskaliert die Lage gerade jetzt? Um das zu verstehen, müssen wir auf die wirtschaftlichen und politischen Hintergründe schauen, die das Leben der Menschen vor Ort unerträglich machen.

Hintergrund: Ein Land vor dem Umbruch

Der Verlust der Sicherheit

Jahrzehntelang rechtfertigte das iranische Regime seine Macht damit, dass es trotz wirtschaftlicher Not zumindest für Sicherheit und Stabilität sorge. Dieser Mythos ist seit dem „12-Tage-Krieg“ im Juni 2025 zerbrochen. Gezielte Luftschläge haben gezeigt, dass die Führung das Land nicht verteidigen kann. Das hat das Vertrauen in den Staat, der sich stets als regionale Großmacht inszenierte, tief erschüttert.

Wenn Geld wertlos wird: Der wirtschaftliche Kollaps

Der Haupttreiber für die Wut auf den Straßen ist jedoch der eigene Geldbeutel. Durch den Konflikt traten sogenannte „Snapback-Sanktionen“ in Kraft. Vereinfacht gesagt: Fast alle internationalen Wirtschaftssanktionen wurden automatisch wieder aktiviert.

Die Folgen für den Alltag sind verheerend:

  • Hyperinflation: Innerhalb von sechs Monaten hat die Währung weitere 50 Prozent an Wert verloren.
  • Kaufkraftverlust: Für einen US-Dollar müssen Bürger auf dem Schwarzmarkt fast 1,5 Millionen Rial zahlen. Normale Lebensmittel sind für Arbeitnehmer und Angestellte kaum noch bezahlbar.
  • Sparmaßnahmen: Um den Staatshaushalt zu retten, strich die Regierung Subventionen für Brot und Benzin – das trifft die Ärmsten am härtesten.

Ein historisches Warnsignal

Besonders gefährlich für das Regime ist die neue Einigkeit der Protestierenden. Es gehen nicht mehr nur Studierende auf die Straße. Auch die Händler des „Großen Basars“ in Teheran haben sich den Streiks angeschlossen. Diese konservative Kaufmannsschicht war einst die wichtigste Stütze der Islamischen Revolution von 1979. Dass sie sich nun abwendet, zeigt: Das System hat seinen Rückhalt in der eigenen Basis verloren.

Chronologie der Ereignisse

DatumEreignisBedeutung
Juni 2025Beginn „12-Tage-Krieg“Zerstörung wichtiger Verteidigungsanlagen; Verlust des Sicherheitsmythos.
Sept 2025Snapback-SanktionenWiedereinsetzung aller UN-Sanktionen; totale wirtschaftliche Isolation.
28. Dez 2025Streik am Teheraner BasarReaktion auf den Währungskollaps; historische Abkehr der Händler vom Regime.
Januar 2026Aktuelle LageLandesweite Proteste in über 180 Städten. Ruf nach Systemwechsel.

Aktuelle Informationen und Hintergründe

Wer tiefer in die Zusammenhänge eintauchen möchte, findet hier eine Auswahl an fundierten Beiträgen.

Analysen und Berichte

Was Sie sofort tun können: Gegen den Internet-Blackout

Aktuell herrscht im Iran eine massive Internetsperre. Das Regime versucht, Bilder und Nachrichten der Aufstände zu unterdrücken und die Kommunikation der Demonstrierenden zu kappen. Unabhängige Informationen sind unerwünscht.

Sie können helfen, dieses digitale Fenster offen zu halten:

Mit der Browser-Erweiterung „Snowflake“ (betrieben vom Tor-Projekt) ermöglichen Sie Menschen in zensierten Regionen den Zugang zum freien Internet. Ihr Browser fungiert dabei als harmlose Brücke. Die Installation ist einfach, sicher und eine effektive Form der digitalen Solidarität von zu Hause aus.

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